Memento Tag

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Auch in diesem Jahr – zum 3. Mal – fand am 08. August bei uns der (internationale) Memento mori Tag statt. Er ruft dazu auf, sich der eigenen Endlichkeit bewusst zu werden und holt Themen wie Sterben, Tod, Trauer, die eigene Endlichkeit – end-lich leben – und die Vorsorge ins Denken, Gespräch, Nachfragen… der 8.8. – weil die 8 das Unendlichkeitszeichen ist… Und so gab es wieder Informationen die Menge. Zu Patientenverfügungen, Organspenden, palliativer Versor­gung, selbstbestimmtem Sterben, Hospizen, Trauergruppen, Letzte Hilfe, Wissenswertes zu Möglich­keiten moderner Bestattungen und Trauerfeiern, Lesungen über Leben und Abschiednehmen. In der Friedensaue bei herrlichem Wetter, wunderbarem Grün und klangvoller Musik und miteinander  Sprechen. Auch wieder eine historische Friedhofsführung mit Dr. Wolfgang Cajar.

Erstmalig gab es eine öffentliche Gedenkfeier für einsam Verstorbene, die ohne Angehörige oder soziale Bindungen gestorben sind, und einfach nur ordnungsbehördlich anonym beigesetzt wurden. Pfarrerin i.R. Kerstin Lütke aus der tollen ehrenamtliche Gruppe, die den Tag auf der Friedensaue vorbereitet und durchgeführt hat – selbst der Bürgermeister war anwesend – hielt eine Trauerrede. Ein wenig aus ihrer Rede… Worte, Gedanken, Nachdenken:

„… Wir möchten einmal im Jahr an die Menschen aus Schöneiche denken, für die es keine Trauerfeier, keine Musik, keine Blumen gab, niemanden, der um sie geweint und ihnen gesagt hat: Ich hab dich lieb, keine, die aus ihrer Lebensgeschichte erzählt haben: Wisst Ihr noch? Nein, wir wissen nichts über sie… Was kann man auf einem Friedhof finden, außer Gräbern, kleinen Gärtchen, Steinen, Bäumen und Grabmalen? Namen, Namen, Namen. Einmal standen sie auf den Klingelschildern von Häusern, Wohnungen, Gartentoren… Einmal wurden sie auf Briefumschläge gedruckt, geschrieben, einmal standen sie in einem Ausweis, einem Pass…

Und da waren Menschen, die mit diesem Namen gerufen wurden. Menschen die so hießen: Vornamen, Zuname, Geburtsname… Jeder Mensch hat einen Namen und mit jedem Namen ist ein Menschenleben verbunden.

Jeder Mensch ist bei seinem Namen gerufen, so sagen es viele Traditionen und Religionsgemeinschaften. Auch Beziehungen werden an Namen geknüpft. Wie heißt Du? Das ist oft eine der ersten Fragen, wenn ich jemanden kennen lernen möchte.

Und was für ein besonderer Augenblick ist es, Wenn Eltern ihrem neugeborenen Kind seinen Namen geben…

In der jüdisch-christlichen Tradition wird ein Gott geglaubt, der mit den Menschen spricht, sie wahrnimmt und anschaut und sagt: Ich habe Dich bei deinem Namen gerufen, Du bist bei mir für immer und ewig bewahrt und aufgehoben. Ich schreibe Dich ins Buch des Lebens.

Das drückt den Wert jedes einzelnen Menschen aus. Das verstehen oft auch Menschen für die Gott keine Rolle spielt im Blick auf das Leben…“

In der Einladung hieß es, „Über den Tod zu reden hat noch nie jemanden umgebracht. Schauen Sie gerne vorbei!“ So im Überblick 70 Schöneicherinnen und Schöneicher und gewiss auch aus der Nachbarschaft taten es im geruhsamen Kommen und Gehen.

„Mementō morī“ oder auch „Mementō tē hominem esse“ – „Bedenke, dass du ein Mensch bist“.

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