verkehrsberuhigende Maßnahmen, um Schüler und Anwohner vor Gefahren und
Lärmbelästigungen zu schützen: Wir fühlen uns über die Verkehrszustände auf der Prager Straße und den Nebenstraßen unzumutbar beschwert. Wir beklagen auch, dass die Zustände zwar seit langem in der Gemeindevertretung und Gemeindeverwaltung bekannt sind, aber keine erkennbaren Maßnahmen ergriffen wurden.
PETITION
Umwidmung der Prager Straße und Ulmer Straße in Fahrradstraßen – Durchgangsverkehr in Anliegerstraßen unterbinden
Sehr geehrter Herr Bachhoffer, sehr geehrte Mitglieder der Gemeindevertretung,
Eltern der Schülerinnen und Schüler der Bruno-Hans Bürgel Grundschule, der Kinder des Horts, der Besucher des Jugendzentrums an der Prager Straße, Nutzer der Schulsporthalle,
Anwohner der Prager Straße und der Ulmer Straße
fordern die Gemeindevertretung dringend auf, die Prager Straße zwischen Kieferndamm und
Woltersdorfer Straße und die Ulmer Straße zwischen Rüdersdorfer Straße und Woltersdorfer Straße
in Fahrradstraßen umzuwidmen und für eine nachhaltige Verkehrsberuhigung zu sorgen.
Täglich nutzen viele Schülerinnen und Schüler und viele Anwohner des Viertels diese
Anliegerstraßen für einen kostengünstigen, klimafreundlichen und Lärm vermeidenden Verkehr im
Nahbereich und auf dem Weg zur Tram-Haltestelle Grätzwalde und zur Bushaltestelle Kiefern-
damm. Auf der Prager Straße gefährdet sie rücksichtsloser Kraftfahrzeug-Durchgangsverkehr und
Zu- und Abfahrtsverkehr zu den öffentlichen Einrichtungen.
Die 30 km/h- Geschwindigkeitsbegrenzung wird überwiegend ignoriert, die aufgestellten Speed-
Displays in der Prager Straße haben nur noch Dokumentationswirkung für die erreichten
Geschwindigkeitsübertretungen. Die Vorfahrtsregel rechts-vor-links ist faktisch außer Kraft gesetzt.
Die Einmündung Prager Straße/Woltersdorfer Straße ist eine bekannte Gefahrenstelle.
Faktisch besteht auf der Prager Straße ein rechtsfreier Raum, in dem sich der (motorisierte) Stärkere
das Recht nimmt.
Für eigenständige Wege der Kinder und akzeptable Wege der Anwohner fehlt es an einer sicheren
Verkehrsführung. Fußgänger, Fahrradfahrer, E-Bikefahrer und E-Rollerfahrer und Rollstuhlfahrer
teilen sich auf 500 m den teilweise fertiggestellten Gehweg der Prager Straße, weitere 240 m sind unbefestigt und weitere 240 m haben keinen Gehweg, während über die Prager Straße der
Kraftfahrzeug-Verkehr zügig fährt. Nur die Woltersdorfer Straße ist bisher als zukünftige
Fahrradstraße / Radweg zum neuen Gymnasium geplant.
Der tägliche Lärm des Durchgangsverkehrs und des Schulverkehrs auf der Prager Straße nervt und
stresst die Anwohner; die Tätigkeit vieler Anwohner im Home – Office wird über Tag zur
Nervenprobe.
Wir fordern:
►Die Prager Straße soll eine fahrrad- und fußgängerfreundliche Verbindung der Grundschule,
Sporthalle, Hort und Jugendzentrum, zum neuen Gymnasium und zu dessen Sportstätten werden;
die Ulmer Straße soll eine sichere fahrrad- und fußgängerfreundliche Verbindung aus dem
westlichen Teil Schöneiches zum Schulzentrum und zu den Sportstätten werden.
►Es muss einen Vorrang für den Fahrradverkehr in beiden Richtungen in der gesamten Prager
Straße und Ulmer Straße durch Einrichtung einer Fahrradstraße geben.
►Eine nachhaltige Verkehrsberuhigung ist dringend erforderlich. Dazu muss ein Durchfahrtsverbot
für Kraftfahrzeuge an der Einmündung Woltersdorfer Straße in die Prager Straße und Kieferndamm
in die Prager Straße erlassen werden. Der Durchgangsverkehr muss mit geeigneten Mitteln
ausgeschlossen werden. Das muss auch für den Busverkehr zum geplanten Gymnasium gelten.
► Für den unkontrollierten und rücksichtslosen Zu- und Abfahrtsverkehr zu den öffentlichen
Einrichtungen muss eine Verkehrsführung durchgesetzt werden, die die Interessen und den
Wohnwert der Anwohner respektiert.
►Die Zufahrt für Anwohner und notwendige Versorgungsfahrzeuge soll weiterhin erlaubt sein.
►Das Anwohnerparken am rechten und linken Rand der Prager Straße soll möglich bleiben.
►Die Durchsetzung der Geschwindigkeitsbeschränkung muss konsequent erfolgen.
►Eine regelmäßige und verlässliche Überwachung der Verkehrsregeln soll deren Einhaltung
garantieren.
►Klare Beschilderung und unterstützende bauliche Maßnahmen ( Modalfilter ) sollen gezielt
eingesetzt werden.
Dieses Bürgeranliegen wird flankiert durch eine in der 18. Kalenderwoche 2026 begonnene
Petition nach § 14 BbgKVerf, die den Rückhalt in der Bevölkerung unterstreicht. Die Petition endet in der 21. Kalenderwoche 2026 und wird der Gemeindevertretung zugeleitet.
Das sollten Sie wissen:
►Prager Straße und Ulmer Straße sind Anliegerstraßen, nicht Hauptverkehrs- oder Sammelstraßen
( siehe Kommunales Mobilitätskonzept Schöneiche bei Berlin, 08/2023 ). Sie sind aber auch
zentrale Verkehrsachsen für die Schüler:innen der Grundschule und Nutzer der öffentlichen
Einrichtungen an der Prager Straße, die nicht im Auto dorthin gefahren und abgeholt werden. Die
Gemeinde Schöneiche ist für den Schulweg verkehrssicherungspflichtig.
►Die StVO-Novelle 2024 priorisiert Klimaschutz und Gesundheit. Das ist in einer
„Waldgartengemeinde“ von besonderer Bedeutung. Fahrradstraßen sind ein zentrales Instrument,
um den Anteil des Radverkehrs zu erhöhen und Lärm- und CO2-Emissionen zu reduzieren.
►Die StVO-Novelle 2024 erleichtert den Kommunen die Einrichtung von Fahrradstraßen. Es ist
kein Nachweis einer besonderen Gefahrenlage mehr erforderlich. Dafür reicht die erkannte
Notwendigkeit eines sicheren Schulweges aus.
►Alle Fahrradfahrer nutzen heute den befestigten Teil des Gehwegs der Prager Straße, um nicht
auf der Pflasterfahrbahn fahren zu müssen, für Fußgänger ist der Gehweg damit unsicher. Der
Gehweg auf der anderen Straßenseite ist unbefestigt und für Gehbehinderte und auf Hilfsmittel
(Rollatoren) angewiesenen älteren Menschen untauglich. Nur die Einrichtung einer Fahrradstraße
lässt die klare Trennung von Gehweg und Radweg so zu, dass schwere Unfälle zwischen
Fußgängern und Radfahrern vermieden werden.
►Schon heute ist die Watenstädter Straße im Bereich der Schule und Sporthalle ausgewiesene
Einbahnstraße, die über die Wittstockstraße angefahren werden kann. Alle bisherigen Versuche
einer Verkehrslenkung durch Einbahnstraße, Halt- und Parkverbotszeichen sind bisher gescheitert.
Zukünftig könnte beispielsweise die Zufahrt des Kraftfahrzeug-Verkehrs zur Bruno-Hans Bürgel
Schule von Norden kommend über die Prager Straße bis zur Schule, die Abfahrt aus dieser
Richtung nur über Watenstädter-, Warschauer- oder Stockholmer Straße erfolgen. Von Süden
kommend soll die Zufahrt mit der vorhandenen Einbahnstraßenregelung nur über Wittstockstraße
und Watenstädter Straße, die Abfahrt nur über die Watenstädter Straße in Richtung Warschauer-
und Stockholmer Straße erfolgen. Damit würde die bereits evaluierte Einbahnstraßenregelung für
ein Teilstück der Watenstädter Straße ausgeweitet. Zukünftig könnten so Wendemanöver im
Kreuzungsbereich Prager/Watenstädter Straße, das Park- und Haltechaos vor der Schule, das
Einfahren gegen die Einbahnstraße, die Zahl der Überhol- und Signal-Manöver auf der Prager
Straße und die Gefahren für alle Radfahrer und Fußgänger auf der Prager Straße vermieden werden.
►Der Lärm durch den Kraftfahrzeug-Verkehr auf der Prager Straße nimmt durch den Schulverkehr
und Durchgangsverkehr beständig zu. Die Prager Straße wird als Abkürzung ins Blumenviertel,
Woltersdorf und zur B 1 genutzt. Mit der Kostenquote für Anlieger wurden bereits 2022/2023 die
Anwohner der Prager Straße von der Gemeindeverwaltung zur Finanzierung des gepflasterten
Bürgersteigteilstückes herangezogen. Sie erwarten jetzt zu recht eine Verbesserung ihrer
Lebensqualität durch eine deutliche Lärmreduzierung!
►Das geplante Gymnasium liegt an der Woltersdorfer Straße / Leipziger Straße und muss
zumindest für den Kraftfahrzeug – Verkehr allein von dort erschlossen werden. Das gilt auch für den
Busverkehr!
►Für Rettungsdienste und Versorgungsfahrzeuge sind Fahrradstraßen befahrbar; der Anwohner –
Verkehr wird nicht benachteiligt.
►Die notwendigen Haushaltsmittel für die Einrichtung von Fahrradstraßen sind bei fristgerechter
Antragstellung aus verschiedenen Förderangeboten des Bundes und des Landes Brandenburg
abrufbar.
Ziel ist eine sichere und attraktive Verkehrsführung für den Fahrrad- und Fußgängerverkehr durch
einfach umsetzbare Maßnahmen auf der Prager- und Ulmer Straße und ein reduzierter
Kraftfahrzeug – Verkehr mit deutlich weniger Lärm, der ein noch lebenswertes Wohngebiet bewahrt.
Das passt lückenlos in die Radverkehrsstrategie 2030 des Landes Brandenburg und in das
Kommunale Mobilitätskonzept Schöneiche bei Berlin ( 8/2023 ).
Wir bitten Sie, den Vorschlag und die Petition in der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung zu
beraten, unserem Anliegen die höchste Priorität zu geben und einen Zeitplan für die Umsetzung zu
beschließen. Ideal wäre eine bald beginnende Pilotphase, mit der die Wirkung des Vorschlags noch
vor dem Start des neuen Gymnasiums evaluiert werden kann.
Gerne sind wir bereit, in einer öffentlichen Bürgerversammlung unser Anliegen zu vertreten.
Mit freundlichen Grüßen
Berthold Gries, Prager Str. 12 – R. Ostermeier, Prager Str. 9
(nachrichtlich Herrn Bürgermeister Ingo Röll)
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Petitions-Vorlage:
Prager Straße und Ulmer Straße werden Fahrradstraße – den Durchgangsverkehr stoppen!
Unser Ziel ist eine langfristige Verbesserung der Lebensqualität, Verhinderung von Unfällen und
sichere eigenständige Wege – besonders für Kinder – in Grätzwalde. Eine Fahrradstraße bedeutet
nicht den vollständigen Ausschluss des motorisierten Verkehrs. Anwohner behalten
selbstverständlich weiterhin Zufahrtsrechte. Auch die Versorgung – etwa durch Liefer- und
Entsorgungsfahrzeuge – bleibt gewährleistet. Gleichzeitig profitieren Sie von einer
Verkehrsberuhigung, weniger Lärm und einer höheren Lebensqualität in Ihrer direkten Umgebung.
Dafür setzen wir uns ein:
– Die Prager Straße und die Ulmer Straße sollen fahrrad- und fußgängerfreundliche Verbindungen
der Grundschule, Sporthalle, Hort und Jugendzentrum, zum neuen Gymnasium und zu dessen
Sportstätten werden;
– Es muss einen Vorrang für den Fahrradverkehr in beiden Richtungen in der gesamten Prager
Straße und Ulmer Straße durch Einrichtung einer Fahrradstraße geben.
– Der Durchgangsverkehr muss ausgeschlossen werden. Es muss ein Durchfahrtsverbot für KfZ an
der Einmündung Woltersdorfer Straße in die Prager Straße und Kieferndamm in die Prager Straße
erlassen werden.
– Die Zufahrt für Anwohner und notwendige Versorgungsfahrzeuge soll weiterhin erlaubt sein.
– Das Anwohnerparken am rechten und linken Rand der Prager Straße soll möglich bleiben.
– Die Durchsetzung der Geschwindigkeitsbeschränkung muss konsequent erfolgen.
– Regelmäßige und verlässliche Überwachung soll die Einhaltung der Verkehrsregeln garantieren.
– Klare Beschilderung und unterstützende bauliche Maßnahmen (Modalfilter) sollen gezielt
eingesetzt werden.
Berthold Gries, Prager Straße 12, 15566 Schöneiche
Ronny Ostermeier, Prager Straße 9, 15566 Schöneiche
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