Notwendige Entscheidung zum Bürgerhaushalt

PM Gemeinde |

Die Gemeinde Schöneiche bei Berlin hat seit vielen Jahren einen Bürgerhaushalt. Über die
Höhe des Budgets für den Bürgerhaushalt 2027 entscheidet die Gemeindevertretung am
24. März 2026. Der Schöneicher Bürgerhaushalt wurde im Jahr 2009 von der
Gemeindevertretung ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um ein
Beteiligungsverfahren, durch das die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten,
sich aktiv und direkt am Prozess der Haushaltsdiskussion und Aufstellung des
Gemeindehaushalts zu beteiligen.

Dabei werden in einem festgelegten Verfahren Vorschläge zu Einnahmen, Ausgaben und
Einsparungen für den Schöneicher Haushalt gesammelt. Im zweiten Verfahrensschritt
werden die Vorschläge von den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert und bewertet sowie
die maximal 15 bewerteten Vorschläge ausgewählt. Aus den Vorschlägen wird eine
Prioritätenliste erarbeitet, die der Gemeindevertretung im Rahmen der
Haushaltsaufstellung vorgelegt wird. Daraufhin beschließen die Gemeindevertreterinnen
und Gemeindevertreter für die Durchführung im darauffolgenden Jahr eine oder mehrere
Maßnahmen, die von diesem Budget finanziert sind. In der Vergangenheit konnten so
bereits verschiedene Projekte umgesetzt werden, darunter das Toilettenhäuschen im
Kleinen Spreewaldpark, Parkbänke oder der Erhalt der Kulturgießerei, um nur einige zu
nennen.

Derzeit arbeitet die Verwaltung noch an einem Haushaltsplan für 2026, weshalb sich
Schöneiche aktuell in der vorläufigen Haushaltsführung befindet. Die Haushaltsplanung
gestaltet sich schwierig, da viele wichtige und anstehende Investitionen aufgrund der
begrenzten finanziellen Mittel gestrichen werden müssen. Die angespannte finanzielle
Lage entstand vor allem aufgrund der vielen Baumaßnahmen in den letzten Jahren, die
die Gemeinde nun in ihren Ausgabemöglichkeiten einschränken.

Auch beim Bürgerhaushalt steht daherjetzt die Entscheidung an, den aktuellen Beschluss
an die aktuelle Haushaltslage anzupassen. Das könnte bedeuten, dass dem
Bürgerhaushalt deutlich weniger Budget als in den vergangenen Jahren zur Verfügung
stehen würde. Hierüber Wird die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am 24. März 2026
zu entscheiden haben.

An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass der Bürgermeister Ingo Röll den Bürgerhaushalt
weder abschaffen noch langfristig kürzen möchte. Ein Beschlussvorschlag aus der
Verwaltung ist derzeit, das für 2027 vorgesehene Budget auf 1.000 Euro zu reduzieren.
Das ist aus Sicht der Verwaltung eine notwendige Maßnahme, um unter anderem einen
Haushalt für 2026 aufzustellen, der sicher finanziert ist. Die Vorschläge sowie die damit
verbundene Mitgestaltungsmöglichkeit der Schöneicherinnen und Schöneicher werden
weiterhin geschätzt und die Reduzierung des Budgets könnte gegenwärtig helfen, den
Haushalt zu sichern.

Die Entscheidung zum Bürgerhaushalt trifft allein die Gemeindevertretung mit allen
Fraktionen demokratisch für die Gemeinde, in dieser der Bürgermeister eine Stimme von
21 vertritt.

Ein Kommentar zu „Notwendige Entscheidung zum Bürgerhaushalt“
  1. Avatar von Redakteurin

    Quelle: https://sessionnet.owl-it.de/schoeneichebeiberlin/bi/getfile.asp?id=65362&type=do
    Antwort zur Anfrage von Herrn Andreas Bachhoffer – zum Bürgerhaushalt vom 18.03.2026

    Sehr geehrter Herr Bachhoffer,

    Ihre Anfrage zum Bürgerhaushalt beantworte ich Ihnen wie folgt.

    Welche Kosten verursacht der Bürgerhaushalt in der Verwaltung jährlich?

    Insbesondere wie viele Arbeitsstunden leistet die Verwaltung im Rahmen des Bürgerhaushalts

    und wie viele Mitarbeiter sind daran beteiligt?

    Naturgemäß wird für die Aufwendung für den Bürgerhaushalt keine interne Leistungsverrechnung

    protokolliert. Daher beschränke ich mich hier auf die Darstellung der einzelnen Arbeitsschritte, die das

    Verfahren im vergangenen Jahr begleitet haben. Bereits im vergangenen Jahr wurde der Umfang

    gegenüber den Vorjahren reduziert.

    1. 2. 3. 4. Überarbeitung der Informationsbroschüre zum Gemeindehaushalt inklusive Einarbeitung der

    finanziellen Daten durch die Kämmerei. Abstimmung mit Mitgliedern (Beratung und

    Sitzungen), Einholung aller Inhalte mit Fristüberwachung sowie abschließende Beauftragung

    des Drucks (extern).

    AMT 0, AMT II 30 Std. zzgl. der Druckkosten für die Broschüre

    Beschaffung von Büromaterialien (mind. 600 Briefumschläge, Kopfbögen, farbiges Papier,

    gelbe Rückumschläge) sowie Erstellung und Druck von Plakaten und Flyern (inkl. interner

    Produktion im Rathaus und Weiterverarbeitung mit Faltmaschine).

    AMT0, AMT I 8 Std.

    Planung und Veröffentlichung mehrerer Artikel in verschiedenen Medien (Amtsblatt,

    Schöneiche Konkret, Rathausnachrichten, MOZ) zu unterschiedlichen Phasen: vor der

    Votierung, während der Vorschlagsphase sowie zur Bekanntgabe und Darstellung der

    Ergebnisse (inkl. Vorschlagsformular und Ergebnisbericht)

    Einstellen der Onlineabstimmung auf der Internetseite der Gemeinde

    AMT0, AMT I 10 Std.

    Erfassung und Einarbeitung eingehender Vorschläge, digitale Einsendungen werden

    übernommen, postalische Vorschläge werden manuell in die Übersichtstabelle eingearbeitet.

    Die Vorschläge werden aufbereitet und kategorisiert, den zuständigen Fachämtern zugeordnet

    Seite 1 von 35. 6. 7. 8. und durch fachliche Stellungnahmen auf Umsetzbarkeit geprüft.

    Sortierung der eingereichten Vorschläge nach Eingang der Stellungnahmen sowie

    Aufbereitung einer strukturierten Übersicht als Entscheidungsgrundlage für den

    Lenkungsausschuss. In der Sitzung werden auf Basis dieser Übersicht die Vorschläge für die

    weitere Abstimmung ausgewählt. (Teilnahme LA Fraktionen, AG BHH und Verwaltung)

    Durchführung der Auszählung der Stimmzettel durch Verwaltung und AG sowie anschließende

    Erstellung einer Ergebnisliste mit den Abstimmungsergebnissen und Übermittlung an den

    Bürgermeister (BM).

    Verwaltung AMT0, AMT I, AMT II, AMT III, AMT IV, Bauhof – 100 Std.

    Abfrage und Filterung der Einwohnerliste (nur Erstwohnsitz), Aufbereitung der Daten für eine

    Serienbriefdatei sowie Erstellung der Versandunterlagen. Dazu gehören das Drucken von 600

    Anschreiben, 600 Stimmzetteln und 600 Listen mit ausgewählten Vorschlägen sowie das

    manuelle Kuvertieren der Sendungen (inkl. Rückumschlag, Stimmzettel und Anschreiben).

    AMT I AMT 0 – 20 Std.

    Auszählung der Stimmzettel im Rahmen des BHH, Übertragung der Ergebnisse in eine

    Übersicht sowie Erstellung von Auszählungsunterlagen. Anschließend Erstellung der

    Ergebnisliste und Weiterleitung an den Bürgermeister (BM). Zusätzlich Vorbereitung der

    Beschlussvorlagen (BV) für Ausschüsse und die Gemeindevertretung (GV).

    AMT 0 – 7 Std.

    Versand von Informations- bzw. Vorabbriefen zur Votierung per Post oder E-Mail sowie

    anschließender Versand von Dankschreiben inklusive Mitteilung der Vorschläge und

    getroffenen Entscheidungen.

    AMT 0 – 20 Std.

    Sitzungen der Arbeitsgruppe begleiten und organisatorisch unterstützen, Vorbereitung und

    Versand von Einladungen, Protokollführung

    Fristenüberwachung sowie Sicherstellung der internen Kommunikation und Abstimmung mit

    Mitarbeitenden (MA).

    AMT 0 – 40 Std.

    Dies ist eine Schätzung des Arbeitsaufwands und der Arbeitsstunden, da dieser stark davon abhängt,

    wie viele und welche Vorschläge eingehen, beispielsweise per Post oder E-Mail, sowie welchen

    Aufwand die jeweiligen Ämter damit haben.

    Damit ergibt sich ein Verwaltungsaufwand von geschätzt mind. 240 Stunden.

    Aufgrund unseres Vorschlages, die Summe des dem Bürgerhaushalt zur Verfügung stehenden Budgets

    für dieses Jahr auf 1000€ zu reduzieren, haben wir verwaltungsintern besprochen, das Verfahren auf

    die folgenden Schritte zu reduzieren:

    Zu 1.) Informationsbroschüre zum Gemeindehaushalt in komprimierter Darstellung mit

    reduziertem Zahlenanteil, wodurch sich der Aufwand für die Kämmerin verringert.

    Druck im Rathaus ist optional.

    Seite 2 von 3Zu 2.) Auf gelbe Rückumschläge wird verzichtet. Rückantworten können stattdessen über die

    Briefkästen des BHH oder im Rathaus eingeworfen werden; da für den Einwurf der

    Rückumschläge ohnehin ein Briefkasten aufgesucht werden müsste, entsteht kein zusätzlicher

    Aufwand. Plakate und Flyer werden im Rathaus erstellt und gedruckt.

    Zu 3.) Die Zuarbeit der AG soll verstärkt eingeholt und Aufgaben vermehrt eigenständig

    umgesetzt werden.

    Zu 4.) Die AG übernimmt eine Vorsortierung und wählt 10–15 Vorschläge aus, die

    anschließend an die Verwaltung gesendet und von dieser zur Stellungnahme an die AL

    weitergeleitet werden. Dadurch könnte der Lenkungsausschuss entfallen und

    Verwaltungskosten eingespart werden.

    Hier kann auf ein digitales Verfahren umgestellt werden, da die Vorschläge lediglich kopiert

    und in die Liste übernommen werden können. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzen bereits

    die Abstimmung per E-Mail. Schriftliche Eingaben müssen hingegen zunächst manuell

    eingegeben und gegebenenfalls entziffert werden. In der Satzung (§ 8 Bürgerhaushalt, Absatz

    2) ist festgehalten, dass die Abstimmung in geeigneter Weise schriftlich und/oder elektronisch

    erfolgen kann.

    Zu 5.) Hier wurde bereits gekürzt: 2025 wurde alles in einem Brief zusammengefasst (Ergebnis

    und Dankschreiben). Zuvor gab es vier separate Schreiben: ein Brief zur Begründung, warum

    der Vorschlag nicht gewählt wurde, ein Dankschreiben, ein Brief zum Stand der Votierung

    sowie ein Brief mit dem Ergebnis.

    Damit reduziert sich der geschätzte Aufwand für die Verwaltung auf ca. 150 Stunden.

    Eine Kalkulation der Verwaltungskosten konnte aufgrund der Kürze der Zeit nicht geliefert werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    gez. Ingo Röll

    Bürgermeister

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..