DRINNEN UND DRAUSSEN – HIER UND ANDERSWO
ARTIKEL | Marie Eisold
Die „Lebensmittel Zeitung“ hatte eine Umfrage gemacht, wer verantwortlich ist, den Warentrenner aufs Band zu legen. Ich oder der nächste Kunde? Über 80 % sind der Meinung, er müsse hinter die eigenen Einkäufe auf das Kassenband gelegt werden. Das sei nicht nur logisch, sondern auch effektiv und höflich, denn dadurch werde dem nachfolgenden Kunden signalisiert, dass nun er oder sie an der Reihe ist, die eigenen Einkäufe auf das Band zu legen. Und ich habe zusätzlich gelernt, als ich total alleine mit einem einzigen Artikel an der Kasse stand, das man das Trennerdings trotzdem hinlegen muss, sonst hält das Fahrband nicht von selber an!!
Aber noch mal nach draußen. Helga kommt in Woltersdorf an einer Grundstücksräumung vorbei, da stehen 6 Einkaufswagen vor der Gartentür. Du meine Güte, wer hat denn da diese Menge…? – Nee, das ist nur der Rest, das waren 18. Und Sigrid erzählt mir, dass auf der Berliner Straße – nicht die bei uns! – zwei leere Einkaufswagen auf dem Fußweg standen. Die blieben nicht lange leer, immer mehr Müll wurde da reingeschmissen. Gerammelte voll standen die schließlich dort drei Wochen.
Und nun zurück zu uns, sozusagen halbdraußen: Wagen-Chip klemmte. Ich buhlte, Fingernägel kaputt. Andere versuchten es auch. Weil ja damit jetzt die ganze Wagenreihe blockiert war. Mittlerweile musste es sich rumgesprochen haben, denn der Chef kam mit einer Zange raus… ich nahm dann vorsichtiger Weise eine Münze keinen Chip.
Ansage von Kasse 3: Die Kasse 1 ist doch auch offen! Zwei Männer socken rüber. Zur Kassiererin: Wenn du dich langweilst, winke doch einfach und wir kommen. – Ich langweile mich doch gar nicht. – Wir sind aber trotzdem gekommen!!
Kassiererin: „Wofür brauchen Sie denn 100 Schoko-Nikoläuse? Der Kunde: Jedes uneheliche Kind von mir soll einen bekommen. Aha!
Bin an einem Regal, hinter mir still ein Ehepaar. Entdecke sie: Warum haben Sie denn nicht gehupt oder geklingelt? Sie hebt beide Arme hoch. – Ich gebe hiermit ein Sichtzeichen. Geht das auch?
Preisgesenkte Pizza – und nur noch eine einzige hinten an der Wand. Die Oma kommt nicht ran, erklärt das Problem einem Mann. Soll ich Sie hocheben? Seine Frau meint, dass in Omas Wagen doch etliche Milchkartons wären. Einfach draufsteigen!! Kleiner Scherz!!
Die Frau zahlt mit einem 5-€-Schein. Die Kassiererin geht mit dem chemischen Stift drüber. Sie: Ist das nicht etwas übertrieben? Die Kassiererin eingeschnappt: „Nee, das mach ich immer!“
Kundin und Verkäuferin lachen. Kollegin neugierig als die Kundin weitergegangen war: Kennst du die? – Ja, meine Tante. – Und was will sie? – Regen – Waaas? – Ja, dass es regnet.
Bei Netto schwarz – Becher preisgesengt Tsatsiki, junger Mann an der Kasse: Das darf ich Ihnen nicht verkaufen, das ist abgelaufen. – War doch im Regal – Egal, darf ich nicht verkaufen. Frau hinter mir: Na, dann schenken sie es ihr doch! – Ich darf es ihr auch nicht schenken, weil das abgelaufen ist, das ist nicht erlaubt.
Dort sehe ich auch Rote Bete, fix und fertig eingeschweißt – 500g – aus Frankreich – 99 Cent! – Das rechnet sich doch gar nicht? Mein Sohn meint, wie doof bist du denn: Dieser Minusbetrag wird durch andere Waren ausgeglichen!
Irma am Telefon: Bringe mir doch von ALDI Brombeeren mit! Irrtum wie es sich herausstellte: Pombären.
Zwei Mütter am Teigwaren-Regal. Ihr Kind isst nur Nudeln – Nudeln mit Ketschup, mit Zucker und Zimt, Obst, rote Grütze, aber auch mit Wurst, Butter, Eiern, Käse Fisch, Pasta uuund Nudeln mit Nudeln. Die andere Mutti tröstet sie: Aber Kohlenhydrate sind ja auch Bio.
„Äpfel zur Verwertung. Wir haben ein Herz für jeden Apfel und engagieren uns gegen die Verschwendung von Lebensmitteln!“ (Fruveg GmbH, aus Altlandsberg).
Ein Mann hinter mir am Kassenband. Er hat nur eine Apfelschorle. Ich habe aber auch nicht viel. Zu ihm: Bringt nichts, wenn ich Sie vorlasse. – Ich habe Zeit, ich habe heute einen freien Tag.
Mitte der Halle – Frau ruft: brauchen wir Hundebeutel? Mann hinten an der Glaswand (Wo Fisch und Fleisch sind) ruft zurück: Nee.
Und ein letztes. Ein gemächlicher Vormittag. Kasse, Kassiererin: Hier, das Wechselgeld, bitte. Sie dürfen den Laden verlassen! Ich schwöre, dass das keine KI war! Also verlasse ich den Supermarkt, die Kaufhalle, den Laden. Bis zum nächsten Mal!

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