Historie: Auf den Müggelsbergen

GEDICHT |

 

Auf den Müggelsbergen

Dich grüß’ ich herrliche Oberspree,   Euch Müggelsberge, dich Müggelsee!

Wie schimmert in leuchtender Sonnenglut   Im Wellentanze die weite Flut,

Auf der sich, gleich stolzen Riesenschwänen,   Der Boote Segel blähen und dehnen.

Hier grüßen die Dächer von Friedrichshagen,    Dort Rahnsdorf, ein Ort aus den Wendentagen,

Und drüber hin geht geht der Augenmerk    Auf Woltersdorf und den Kranichberg.

Auch Rüdersdorfs Höhe voll Kalkgestein,    Erscheint in der Ferne bläulichem Schein.

Mit seinem Schlosse sieht man zur Linken   Das uralte Köpenick freundlich winken;

Und fern aus dem Dunste recken sich kühn    Die stolzen Thürme des großen Berlin.

Das schmucke Grünau liegt an der wendischen Spree,    Das liebliche Zeuthen am Zeuthener See.

Und siehe! Auch Schmöckwitz, an Reiz nicht karg,   Das traulichste Fischerdörfchen der Mark,

Das von drei Seen lieblich umschmiegt,    Wie eine Perle im Meere liegt. –

 

So schweift der Blick von den Müggelshöhen   Entzückt hinaus über Land und Seen.

Ihn labt der Waldungen weiter Kranz,    Der blauen Gewässer Silberglanz,

Die aus der sinnenden Kiefernhaide   Entgegenleuchten wie Geschmeide.

Sie sind der Mark belebende Zier,    Sie winken wie Augen der Liebe dir

Zu fröhlichem Rasten im Waldesschoß    Auf schimmernden Sande, auf schwellendem Moos. –

Und höhnt auch der Fremdling den märkischen Sand,    Mir ist es ein liebes, ein reizvolles Land

Mit seinen Brüchen, Seen und Mooren,    Mit seinen Bergen, so traumverloren,

Mit seinen Kiefern kräftigem Hauch,   Und selbst mit dem bösen Sande auch…

 

 

(Aus Fritz Eichberg: Mark Brandenburg in Sage und Lied, 1894)

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