Linke fordert mehr Würdigung von Schöneicherinnen

REDAKTION | Die Fraktion Die Linke hat einen Antrag zur Würdigung dreier Schöneicherinnen eingebracht. Anlässlich der 650-Jahr Feier sollen Wege und Straßen nach drei wichtigen Schöneicherinnen benannt werden:

 

Rosina Schindler (1688-1746) war an der Seite ihres Ehemannes Severin Schindler im 18. Jahrhundert Eigentümerin des Rittergutes Schöneiche. Wie Dr. Wolfgang Cajar u.a. in seinen Geschicht(en) von Schloßkirche und Schloß Schöneiche (2006, S. 67-72) rekonstruiert, waren die beiden für zahlreiche Wohltaten gegenüber der Dorfbevölkerung verantwortlich, darunter die Gründung eines Waisenhauses. Nach dem Tod ihres Mannes führte Rosina Schindler das gemeinsame Werk fort und vererbte ihren gesamten Besitz an das inzwischen nach Berlin verlegte Waisenhaus.

Ruth Klappenbach (1911-1977) war eine engagierte Sprachwissenschaftlerin und Historikerin. Seit 1952 war sie Mitbegründerin und Herausgeberin des „Wörterbuchs der deutschen Gegenwartssprache“ (WDG), das zwischen 1961 und 1977 erschienen ist. Wie Dr. Wolfgang Cajar in den Schöneicher Heften (Nr. 21/2018, S. 36-39) berichtet, lebte Ruth Klappenbach mit ihrer Schwester Helene Malige-Klappenbach in der Hubertusstraße 20.

Jani Pietsch (1947-2020) war Historikerin, Politikwissenschaftlerin, Künstlerin und Autorin. Sie lebte von 1995 bis 2008 bin Schöneiche bei Berlin. Einer ihrer Interessen- und
Tätigkeitsschwerpunkte war die Auseinandersetzung mit der Entrechtung, Enteignung,
Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung in der Zeit des Nationalsozialismus. In diesem Zusammenhang veröffentlichte Jani Pietsch im Jahr 2006 im Campus-Verlag das Buch „Ich besaß einen Garten in Schöneiche bei Berlin. Das verwaltete Verschwinden jüdischer Nachbarn und ihre schwierige Rückkehr“. Darüber hinaus engagierte sie sich aktiv für die Förderung einer Erinnerungs- und Gesprächskultur über die Verbrechen der Nazis in Deutschland und in Schöneiche. Auf ihre Initiative geht die Verlegung der ersten 22 Stolpersteine sowie die Errichtung des Denkmals im Schlosspark zurück, die im öffentlichen Raum an die jüdischen Opfer der NS-Herrschaft in unserer Gemeinde erinnern.

Quelle: https://sessionnet.owl-it.de/schoeneichebeiberlin/bi/getfile.asp?id=60045&type=do

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