GLOSSE | Also Kommunalwahl war, Sitzverteilung war, Sommerpause war, Ausschusszuteilung oder Ausschusseroberung war ja auch schon. So bin ich sofort in die erste Sitzung dieserart geprescht. War der Bildungsausschuss, bzw. Ausschuss für Bildung, Soziales, Kultur und Sport. Leitet die Fraktionsvorsitzende der SPD. Tagesordnung war auch nicht so umfangreich. Miau, guter Einstand dachte ich, weil ich ja noch zu der Bürgermeisterei in die Kulturgießerei wollte.
Bürgerhaushalt. 621 Schöneicher haben abgestimmt. Seit Jahren die größte Beteiligung, stand irgendwo. Platz 1 – Parkbühne im Schlosspark, Platz 2 – Basketballplatz, Platz 3 – ein Bikepark. Waren insgesamt 11 Vorschläge. Und dafür vorgesehen im Haushalt sind 29 000 Euro.
Für die feste Parkbühne kriegen die Haushälter sicher Krämpfe, aber man könnte vielleicht erst einmal ein Hügelchen aufschütten, wird vorgeschlagen. Der vorhandene Basketballplatz mit Schotteruntergrund muss spielsicherer sein. Vorschlag: Tartan, ein wetterfester Kunststoffbelag obendrauf wäre sinnvoll. Und Platz 3, die Bikestrecke ist wahrscheinlich sowas wie Training für Mountainbike-Touren, sagt mein Katzenverstand. Und so weiter bis Punkt 11.
Die Stimmung im Ausschuss war gemischt. Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld… Mal sehen, wie die Gemeindevertretung in ihrer ersten Sitzung rangeht.
Noch zwei weitere Chill-Plätze für den jugendlichen Nachwuchs zum Abhängen, Rumhängen: Empfehlung Triftweg/Märchenwald – Vorsicht Fledermäuse! Und Woltersdorfer-/Bremerstraße. Beides kostet läppische 60 000 €! Auf alle Fälle hat man erstmal die Totalfestlegung auf den Haushalt 2025 gestrichen. Der Jugendbeirat war nicht anwesend.
Die Linken weisen daraufhin, dass die Kita-Gebühren-Satzung geändert werden muss, weil sich die Gesetzgebung geändert hat. Alle Kinder ab drei Jahren werden beitragsfrei betreut. Die Kosten trägt das Land. Die Essengeldpauschale möge man sich bitte auch mal anschauen und über einkommensabhängige Entlastungen nachdenken. Und überhaupt die Kalkulation mal auf den Schreibtisch nehmen.
Und dann ging es noch um eine Satzungsänderung der Hauptsatzung in Bezug auf die Beiräte. Die Mitgliederanzahl solle erhöht werden. Von 12 auf 16. Der Jugendbeirat wäre echt dafür, wurde erzählt. Oder überhaupt keine Obergrenze festlegen? Kostet natürlich auch was. Apropos Zusammen-für-Schöneiche wies daraufhin, dass zwei Gemeindevertreter in der Wahlperiode eingespart werden! Sind ja jetzt bloß noch 20.
So das wars. Ich sofort los in die Kugi, weil ich ja die Befragung der fünf Bürgermeisterkandidaten noch erleben wollte. Sind übrigens auch alle Gemeindevertreter. Miau, gerammelte voll! Rund 120 Leute waren neugierig und viele beteiligten sich auch mit Anfragen. Der Moderator war ein kompetenter Profi und die Schöneicher kamen ohne Krawall und Geschrei, trotz mancher Auseinandersetzung aus. Miau, ich auch.
Ihre Miau-Journaille
Quelle: Schöneiche Konkret 10/24

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